Informativer Deponiebesuch

Am Freitag, dem 21.8.09 hatte die SPD Karlsbad zu einer Besichtigung der Kreismülldeponie auf der Ittersbacher Gemarkung eingeladen. SPD-Ortsbezirksvorsitzender Walter Hoffer und Michael Deufel, Abteilungsleiter Abfallwirtschaftsbetrieb Landkreis Karlsruhe, begrüßten die Interessenten aus der Karlsbader SPD-Fraktion, OV Reinhard Haas und Fraktionsvorsitzender Klaus Steigerwald, die Vertreter der Ittersbacher Ortschaftsrates OV Günter Metz und SPD-OR Markus Haffner sowie drei weitere Mitglieder und Freunde der Ittersbacher SPD.

In seinem sehr anschaulichen Einführungsvortrag und dem anschließenden Gang über das Deponiegelände informierte Michael Deufel kurz über die Geschichte der ehemaligen Hausmülldeponie. Nachdem diese bis 1993 in Betrieb war, galt es sie abzudichten. Die Profilierung war schon 2003 abgeschlossen. Es musste eine Kuppe geformt werden, um mit einem geeigneten Gefälle das Oberflächenwasser abzuleiten, Ausspülungen zu vermeiden und eine geplante Aufforstung zu ermöglichen. Der Bau der Oberflächenabdichtung und Ausbau des Entgasungssystems wurde von 2004 bis 2007 erstellt. Über dem eigentlichen Müll wurde eine mineralische Gasdrainschicht eingebaut und diese dann mit einer Kunststoffdichtungsbahn abgedichtet. Letztere reicht bis zu den Deponierandgräben und kanalisiert das aus den darüber liegenden Erdschichten sickernde Wasser. Dieses Wasser ist im Bezug auf den Schadstoffgehalt unbedenklich. Das Grundwasser im Umfeld der Deponie wird regelmäßig überwacht. Es ist unbelastet und sogar trinkbar, wie Michael Deufel dann auch demonstrierte. Die oberste Abdeckung bildet eine 2m dicke Rekultivierungsschicht aus insgesamt 400.000 Tonnen Erde. Mehr als die Hälfte wurde hierfür der Ittersbacher Erdmülldeponie entnommen und der Rest stammt aus Straßenbaumaßnahmen der Region.

Aber aus dem eigentlichen Deponiebereich gilt es noch Sickerwasser fachgerecht zu entsorgen. Dies geschieht mit Hilfe von Drainagerohren, die teilweise auch erneuert werden mussten. Diese sammeln das Wasser am tiefsten Punkt der Deponie in einem Schacht. Diese Sickerwässer werden, so Michael Deufel, jedes Jahr weniger und ihre Schadstoffkonzentration nimmt zu, so dass sie mit Tankwagen abtransportiert und entsorgt werden müssen. Dieser Prozess trägt aber auch dazu bei, dass sich der Deponiekörper immer noch senkt. Im Augenblick sind das immerhin noch 7 cm pro Jahr.
Ein weiteres Deponieprodukt ist das Deponiegas. Dieses wird mit hohem technischen Aufwand in mehreren Gasbrunnen an die Oberfläche befördert und rund um die Uhr abgefackelt. Eine kommerzielle Nutzung ist wegen der geringen Gasqualität leider nicht möglich.

Regelmäßige Kontrollen der Qualität und Fließrichtung des Grundwassers und der Gasbrunnen belegen, dass diese Deponie langsam zur Ruhe kommt und keine Gefahr von ihr ausgeht. Die Oberfläche ist mittlerweile begrünt und die Aufforstung mit mehren Tausend Bäumen abgeschlossen.
Bei den regen Nachfragen der Besuchergruppe hat sich dann leider - aus Ittersbacher Sicht - herauskristallisiert, dass das Deponiegelände in den nächsten 20 – 30 Jahren – so lange läuft die Stilllegung der Deponie noch - kaum als Standort für einen angedachten Häckselplatz oder gar einen Standort für die Gewinnung von regenerativen Energien in Frage kommt. Hier sind also andere Lösungen gefragt.

 

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