Werkrealschule Karlsbad

Werkrealschule des neuen Typs

Die SPD Gemeinderatsfraktion hat in ihrer letzten Fraktionssitzung über Sinn und Unsinn der Einführung der neuen Werkrealschule diskutiert. Hier einige Fakten:

Die Situation:
- Die Landesregierung führt im Sommer 2009 mit der Werkrealschule des neuen Typs einen vierten weiterführenden Schultyp ein.
- Bei der Grundschulempfehlung wird die Werkrealschule der Hauptschule gleichgesetzt.
- Für den Übergang von der 9. zur 10. Klasse der Werkrealschule soll es künftig eine Zulassungsbeschränkung geben. Einen solchen „Numerus clausus“ für den Übergang von einer auf die andere Klasse gibt es sonst auf keiner anderen Schulform.
- Nur mindestens 2-zügige Hauptschulen sollen Werkrealschulen werden können.
- Vielen der 1-zügigen Hauptschulstandorten, vor allem im ländlichen Raum, droht das Aus, weil Schulbezirke für die Werkrealschule aufgehoben sind und Eltern sich dann bei der Schulwahl für die nächstgelegene Werkrealschule entscheiden werden.
Unsere Position:
- Wir wollen grundsätzlich zehn Schuljahre für alle Schüler und allen Standorten ermöglichen, den Haupt-, Werkreal- oder „echten“ Realschulabschluss anzubieten.
- Für die guten Hauptschüler bietet sie keine zusätzliche Perspektive, diese können bereits heute über die zweijährige Berufsfachschule oder die bisherige Werkrealschule den mittleren Bildungsabschluss machen.
- Schon die gemeinsame Grundschulempfehlung für Haupt-/Werkrealschule macht deutlich, dass es sich beim WRS-Abschluss nicht um einen dem Realschulabschluss gleichwertigen Abschluss handelt.
- Viele Kommunen wollen bei der Schulentwicklung andere Wege gehen. Innovative Schulkonzepte (z.B. 6-jährige Grundschule, echter RS-Abschluss an einem HS-Standort, 10-jährige Gemeinschaftsschule) sollen zugelassen werden und damit die Handlungsspielräume der Beteiligten vor Ort gestärkt werden

Merkmale der neuen Werkrealschule (WRS):
- Der neue Schultyp ist neben Hauptschule (HS), Realschule (RS) und Gymnasium (Gym) im Schulgesetz vorgesehen und kann ab dem Schuljahr 2010/2011(und auch zu jedem folgenden neuen Schuljahr) auf Antrag des Schulträgers eingeführt werden.
- Der Antrag ist auch erforderlich, wenn nach dem alten System bereits eine Werkrealschule bestanden hat.
- Im Gegensatz zur bisherigen HS die auf 5 Schuljahre ausgelegt war, ist die neue WRS auf 6 Schuljahre, also bis zur 10. Klasse ausgelegt und endet mit dem sogenannten mittleren Bildungsabschluss der dem Realschulabschluss gleichwertig sein soll.
- Voraussetzung für die Umwandlung einer HS in eine WRS ist die 2-zügigkeit.
- 1-zügige Hauptschulen sind grundsätzlich weiterhin möglich, müssen sich aber dem neuen Konzept inhaltlich anpassen.
- Der Klassenteiler liegt mit Beginn des SJ 2009/10 bei 32 Schülern, soll aber bis zum Jahr 2016 schrittweise auf 28 Schüler reduziert werden.
- Eltern und Schüler haben wie bei anderen Schultypen in der Regel die freie Schulwahl, es gibt keine Schulbezirke.
Varianten der neuen Werkrealschule: - Die neue Werkrealschule kann auch auf mehrere Standorte verteilt werden. Voraussetzung ist aber eine einheitliche Schulleitung. Daraus ergeben sich laut Kultusministerium 6 verschiedene Varianten.

Der Karlsbader Gemeinderat lotet derzeit mit den Waldbronner Kollegen eine gemeinsame, interkommunale Werkrealschule aus. Für die SPD Karlsbad steht das Wohl der Kinder und deren optimale Förderung an erster Stelle und vor kommunalpolitischen, gemeindebezogenem Denken. Das heisst, es ist möglichst zu vermeiden, dass die Kinder im Laufe ihrer Schulzeit den Schulort wechseln müssen (z.B. klasse 5-7 in Karlsbad, und ab Klasse 8 in Waldbronn). Fakt ist, dass im Schulzentrum in Langensteinbach mit den Räumlichkeiten, der Mensa, der Schulsozialarbeit und der gesamten Infrastruktur gute Voraussetzungen für die neue Werkrealschule wären!

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